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Schenkung/Donación

Immer wieder werden wir angefragt, ob es nicht besser sei, eine spanische Immobilie schon zu Lebzeit auf die Nachkommen umzuschreiben, um damit künftige Erbschaftssteuern in Spanien zu sparen. Gleichzeitig wollen sie es aber so geregelt haben, dass die Kinder das Haus nicht ohne ihre Zustimmung veräussern dürfen. Ein typischer Alltagsfall, der zwar durchaus lösbar ist, aber diverse Steuertücken aufweist, die es sich lohnt, näher anzuschauen.

Tatsächlich gibt es in Spanien (interessanterweise!) Unterschiede zwischen der Erbschafts- und Schenkungssteuer, wenn auch nur in geringem Masse, aber mit beträchtlichen Auswikungen auf die Steuerlast des Betroffenen. Zudem gibt es - wie bei der Erbschaftssteuer - zwei unterschiedliche Schenkungssteuern in Spanien, wobei immer nur entweder die eine auf Bundesebene bzw. die andere auf Länderebene (z.B. Land Valencia) zur Anwendung gelangt.  

Die Unterschiede der Steuersätze zwischen Bund und Ländern sind i.A. minim, aber diejenigen der Freibeträge, Abzüge bzw. Gutschriften sind enorm unterschiedlich zwischen Bund und auch den einzelnen Ländern. Je nachdem, ob Bundeserbschaftssteuer (nachteiligere) oder Erbschaftssteuer (vorteilhaftere) eines Landes (z.B. Valencia, Madrid, Katalonien, Andalusien etc.)  zur Anwendung gelangen, kann dies ein Beschenkter teuer zu stehen kommen und wie im ErbSt-Recht, spielt auch bei der Schenkung der Verwandtschaftsgrad eine entscheidende Rolle, wie viel ein Erbe bzw. ein Beschenkter letztlich dem Fiskus abzuliefern hat.

Im Land Madrid ist man als von einem Elternteil beschenkter Nachkomme im Erb- und Schenkungsfall zu 99% von Steuern befreit (sog. "bonificación"), wogegen ein Erbe, der im Land Valencia ErbSt zu entrichten hat, nur zur Hälfte davon befreit ist, im Schenkungsfall aber überhaupt nicht. Den Freibetrag von EUR 100'000 haben Beide sehr wohl im Land Valencia, sowohl der Erbe (Nachkomme), als auch der Beschenkte (Nachkomme), aber der Beschenkte erhält keinen 50% Rabatt auf seine zu zahlende SSt (sog. "bonificación"), im Gegensatz zum Erben, womit ein weiterer Unterschied ersichtlich wird. Über den Sinn und Unsinn einer solchen Norm, mögen sich die Geister streiten, aber so ist es hier gesetzlich verankert. Kommt einem etwas spanisch vor, nicht wahr? Ist aber so...;-)

Sowohl im ErbSt-, wie auch im SchenkSt-Fall spielen zudem die sog. Vorvermögen eines Begünstigten (bis zu einem Jahr zuvor) bzw. eines Beschenkten ebenfalls eine wichtige Rolle in Bezug auf die letztlich zu bezahlende Steuer. Im Schenkungsfall spielt die Höhe des Vorvermögens des Beschenkten eine unterschiedlichere Rolle, als bei einem Erben im Erbschaftsanfall.

Im Gegensatz zu den meisten Kantonen in der Schweiz, die keine Erb- und SchenkSt unter Ehegatten und Nachkommen kennen, besteuert Spanien die Erben bzw. Beschenkten weltweit, sofern diese in Spanien ansässig sind und spanienweit, sofern es sich um Nicht-in-Spanien-Ansässige handelt.

Da das Thema "Schenken zu Lebzeit" ein komplexes Thema ist, sollte vorgängig professioneller Rat eingeholt werden, den wir Ihnen gern anbieten können,  insbesondere auch, weil wir Schweizer oft wie EU-Bürger von den hiesigen Beratern (steuerrechtlich falsch) beraten werden, weil sie unseren Verträge mit der EU bzw. die in Spanien sehr wohl verankerten Sonderrechte der Schweizer oftmals nicht kennen.

Also passen Sie auf, ob Ihr Berater Sie als "EU-Kunde" oder CH-Kunde betrachtet, denn bis heute gibt es immer noch unverständlicherweise steuerrechtliche Unterschiede zwischen EU- und CH-Bürgern in Spanien, die leider meist erst dank Gerichtsurteilen eliminiert bzw. für nichtig erklärt werden. Im ErbSt- und SchenkungSt-Recht sind wir seit Herbst 2018 dank einem Urteil des Obersten Gerichtshofs (endlich) gleichgestellt.

Eltern, die Angst haben, dass ihre Kinder das Haus nach erfolgter Schenkung "versilbern", können sich bei der Schenkung vor dem Notar eine lebenlängliche Nutzniessung oder ein lebenslängliches Wohnrecht  vorbehalten (Achtung, das ist nicht dasselbe!), welches im Grundbuch eintragbar ist. Damit können die Kinder die Immobilie nicht ohne Zustimmung der Eltern verkaufen, da die Immobilie nun "belastet" ist und rechtens nur "lastenfrei" verkauft werden kann.

Stand: April 2020  



 
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